Jura: Spatenstich zu 20-Millionen-Franken-Neubauprojekt

Die Jura Elektroapparate AG will den Standort in Niederbuchsiten in der Schweiz um ein Innovations-, Qualitäts- und Technologiezentrum erweitern. Spatenstich für den so genannten "Jura Campus" war Ende Oktober. Die Fertigstellung ist für Herbst 2021 geplant.

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Der Bagger steht bereit auf dem Gelände des künftigen "Jura Campus". In der Mitte Jura-Firmenchef Emanuel Probst.

Weiterentwicklungen schneller auf den Markt bringen – das sei laut Firmenchef Emanuel Probst einer der Gründe gewesen für das Bauvorhaben von Jura. “Prozessoptimierungen und Automatisierung werden die Laborkapazität verdreifachen und schneller zu aussagekräftigen Resultaten führen. Die Steigerung der Innovationskadenz wird es uns erlauben, Weiterentwicklungen noch schneller auf den Markt zu bringen”, so Probst.

Mit dem “Jura Campus” wolle man somit einen wichtigen Schritt in eine digitalisierte Zukunft gehen. So spielen laut Unternehmensangaben bei der Neu- und Weiterentwicklung von Kaffee-Vollautomaten Dauertests einen wichtige Rolle. In möglichst kurzer Zeit sollen demnach die realen Betriebsbedingungen während eines gesamten Produkte-Lebenszyklus realistisch simuliert werden. Dabei fallen Tausende von Datensätzen für jedes einzelne Gerät an. Eine der wesentlichen Prozessinnovationen seien daher im “Jura Campus” digitalisierte Abläufe.

Um zu analysieren, wie sich einzelne Bauteile nach jahrelangem Betrieb verhalten, soll es 102 automatisierte Prüfplätze geben – gleichsam das Herzstück des neuen Campus. Dort solle innerhalb weniger Monate der jahrelange Einsatz simuliert werden. Die Zufuhr von Wasser und Kaffeebohnen erfolge an den einzelnen Stationen automatisch genauso wie das Wegführen des Kaffeesatzes. Jährlich werden künftig im “Jura Campus” in diesen Dauertests laut Unternehmensangaben rund 75 Tonnen Kaffeebohnen verbraucht. Jura weist darauf hin, dass der dabei anfallende Kaffeesatz an einen Landwirt in der Region gegeben werde, der diesen kompostiere.

Klimaräume werden zudem unterschiedliche Temperaturzonen simulieren. “Wir sind heute in rund 50 Ländern weltweit tätig”, so Emanuel Probst. “Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden. Deshalb brauchen wir die Möglichkeit, unsere Vollautomaten auch unter härtesten Bedingungen testen zu können.” Moderne Sensorik liefert dabei immense Datenmengen, die, von intelligenter Software ausgewertet, zur Optimierung selbst kleiner Details dienen sollen.