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Luft, Wasser, Wärme: Für mehr Airholung

Der Konflikt über dreckige Luft in deutschen Städten spitzt sich zu. Was dabei oft übersehen wird: Die Luft in den eigenen vier Wänden ist meist stärker verschmutzt als die draußen. Doch es gibt Helfer, mit deren Unterstützung ein reines Raumklima wiederhergestellt werden kann.

Luftschmutzung, Mundschutz Bildquelle: © imtmphoto-123rf

Luftverschmutzung entpuppt sich zunehmend als Gesundheitsrisiko mit globalem Ausmaß – wird jedoch häufig unterschätzt. So leben bereits 96 Prozent aller Europäer in einer Stadt, deren Feinstaubbelastung von der Europäischen Umweltagentur (EEA) als gesundheitsschädlich betrachtet wird. Jeder achte Mensch stirbt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) an den Folgen von Luftverschmutzung – davon sogar mehr in Gebäuden als im Freien, denn die Gefahr lauert nicht nur im Außenbereich: In Innenräumen, in denen wir durchschnittlich 90 Prozent unserer Zeit verbringen, stellt kontaminierte Luft ein besonderes Gesundheitsrisiko dar und kann unter anderem bestehende Beschwerden wie Allergien oder Asthma verschlimmern.  

Sowohl im Raum als auch draußen finden sich dabei Feinstaubpartikel wie Staub, Pollen, Schimmelsporen, Zement- und Rußpartikel. Als besonders gefährlich erweisen sich in diesem Zusammenhang feinste Staubpartikel, da weder Nase noch Lunge – nicht einmal Gesichtsmasken – sie herauszufiltern vermögen. In Ländern, in denen auch im Innenbereich noch mit offener Flamme gekocht wird, entsteht Qualm, der die Lungen reizt. Auch flüchtige organische Verbindungen finden sich in jedem Haushalt, denn sie sind in vielen Reinigungssprays, Deodorants und auch in Farbe enthalten. In der Außenluft gibt es mit Ozon und Schwefeldioxid Schadstoffe, die für Menschen (lebens-)gefährlich werden können. Welche Stoffe dabei besonders zur Verschmutzung der Luft beitragen, greift der nebenstehende Infokasten gesondert auf.

Luftreiniger für ein reines Raumklima
Die gute Nachricht: Zumindest im Innenbereich kann beim Thema Luftverschmutzung relativ schnell und effektiv Abhilfe geschaffen werden.  Eine Geräteklasse, die in diesem Zusammenhang zum Einsatz gebracht werden kann, sind die Luftreiniger – nicht zu verwechseln mit Luftwäschern. Luftreiniger verfügen in der Regel über ein mehrstufiges Filtersystem. Dabei wird Raumluft mit Hilfe eines Ventilators angesaugt. Ein Vorfilter übernimmt die grobe Filterung; ein HEPA-Filter die Fein-Filterung. Ein Aktivkohlefilter beseitigt  die Gerüche. Bakterien werden schließlich mittels Nano-Filter oder UV-Bestrahlung der Luft und unter Einsatz eines photokatalytischen Filters entfernt. Am Schluss wird die gereinigte Luft wieder abgegeben. Ein Großteil der Geräte verfügt darüber hinaus über einen sogenannten Ionisator. Dieser erzeugt negativ geladene Teilchen, die selbst kleinste Partikel in der Raumluft binden (Cluster), welche anschließend durch den HEPA-Filter herausgesiebt werden. „Besonders für Allergiker ist eine hohe Reinigungsleistung – auch bezeichnet als CADR oder Clean Air Delivery Rate – ein entscheidendes Kriterium“, ergänzt André Rahe, Marketing Manager Garment Care & Air DACH bei Philips. „Räume müssen schnell und effektiv von allergieauslösenden Stoffen befreit werden. Ein Vergleich der CADR hilft dabei, das optimale Modell zu finden. Hochwertige Sensoren sind ausschlaggebend dafür, wie genau das Gerät arbeitet und sind somit ein wichtiger Punkt im Zuge der Kaufentscheidung. Umso sensibler die Sensoren Verunreinigungen erkennen, desto schneller werden diese aus der Raumluft gefiltert und gelangen nicht in die Atemwege. Grundsätzlich empfehlen wir Käufern außerdem auf natürliche Reinigungstechnologien zu setzen und solche Technologien zu meiden, die Stoffe wie Ozon, Ionen oder Chemikalien an die Luft abgeben, um diese zu reinigen“, so der Philips-Manager.

Ein Großteil der Hersteller setzt auch bei Luftreinigern zunehmend auf Konnektivität und die damit einhergehenden Services. So lassen sich viele Geräte zusätzlich über eine App steuern, liefern Tipps zum Allergiemanagement oder sagen den Pollenflug voraus. „Nach der Arbeit noch eine Runde joggen gehen – für viele Allergiker nicht selbstverständlich. Mit einem Blick auf die App erhält er Informationen zur Außenluftqualität und Intensität des Pollenflugs seiner Umgebung“, kommentiert André Rahe von Philips. Da viele Menschen auch während des Schlafens eine saubere und verträgliche Luft bevorzugen, bieten viele Hersteller ihre Geräte mittlerweile mit einem integrierten Nacht- beziehungsweise Schlafmodus an. Der Betrieb ist dabei besonders leise und das Bedienpanel kann in der Regel gedimmt werden.

Das ECARF-Zertifikat
Wer sichergehen will, dass ein Luftreiniger Allergene zuverlässig beseitigt und bei der Linderung von Symptomen hilft, kann sich an Gütesiegeln orientieren. Ein Großteil der Hersteller lässt sich seine Luftreiniger beispielsweise ECARF-zertifizieren – so heißt das Prüf- beziehungsweise Gütesiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen, welches von der gemeinnützigen Stiftung European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) verliehen wird. Abhängig von den Produkten und Dienstleistungen existieren definierte Kriterienkataloge, die auf neuesten Erkenntnissen der allergologischen Forschung basieren sollen und regelmäßig aktualisiert werden. Das Siegel ist zwei Jahre gültig und kann lizenzgebührenfrei genutzt werden. Die Gültigkeit kann verlängert werden, wenn weder das Produkt oder die Dienstleistung noch die Vergabekriterien verändert wurden.