Jubiläum: Beurer wird hundert

Der Grundstein für das Unternehmen Beurer wurde vor 100 Jahren gelegt. Zwei der drei Geschäftsführer berichten gegenüber elektrobörse handel von den Anfängen als Zwei-Personen-Betrieb und den Herausforderungen der letzten Jahrzehnte. Dabei geht es um Fitness, Schönheit – und die Digitalisierung.

Beurer Gebäude Bildquelle: © Nething / Beurer

Visualisierung des Neubaus von Beurer, der 2020 eingeweiht werden soll.

Was bedeutet das 100-jährige Firmenjubiläum für Sie persönlich?
Marco Bühler: 100 Jahre Firmengeschichte ist ein bedeutendes Ereignis für ein Familienunternehmen, das 1919 zunächst als Zwei-Mann-Betrieb gestartet ist. Die Idee meiner Urgroßeltern, dem Ehepaar Käthe und Eugen Beurer, elektrische Heizkissen zu fertigen war der Grundstein für unseren heutigen Erfolg. Seither hat sich Beurer zu einem weltweit agierenden Unternehmen entwickelt und ist mit 1.000 Mitarbeitern, 14 Tochterunternehmen und einem über 500 Produkte starken Sortiment zur Nummer 1 im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden gewachsen. Diese Erfolgsgeschichte mitzuerleben und weiterzuschreiben ist etwas ganz Besonderes.

Als Ihre Urgroßeltern 1919 an den Start gingen, war noch nicht absehbar, dass dies das erste Kapitel einer langen und erfolgreichen Unternehmenshistorie werden würde. Was waren die entscheidenden Meilensteine auf diesem Weg?
Bühler: Vor allem in den Nachkriegsjahren stieg die Nachfrage nach Wärmeprodukten deutlich an. Die Firma Beurer erlebte den ersten Aufschwung. Aus zwei Nähmaschinen wurden viele, aus dem heimischen Schlafzimmer ein stattliches Firmengebäude, das immer wieder erweitert wurde. Zunehmend wurden in Markenaufbau und Vertriebsstruktur investiert, um Beurer auch über die Grenzen von Ulm und Umland hinaus bekannt zu machen.
Ein weiteres Highlight zeichnete sich mit der aufkommenden Fitness-Bewegung ab. Wir haben diesen Trend aufgegriffen und in den 80er Jahren die Produktlinie „BodyFit“ eingeführt. Das Produktportfolio umfasste damit nicht mehr nur Wärmeprodukte, sondern auch Massagegeräte, Infrarotlampen und Blutdruckmessgeräte. Der Erfolg gab dem sportlichen Engagement Recht. Nach wie vor haben Produkte aus dem Fitness-Bereich einen erheblichen Anteil am Gesamtumsatz.

Wie ging es weiter?
Bühler: Wer fit ist, möchte auch schön sein. Als in den 90er Jahren das Thema Schönheit und Wellness immer wichtiger wurde, haben wir auch Beautyprodukte mit in das Sortiment aufgenommen.
Und auch das Angebot an Medical-Produkten wurde weiter ausgebaut. Neben Blutdruckmessgeräten finden sich heute Blutzuckermessgeräte, EKG-Geräte und Pulsoximeter, Hörhilfen, Inhalatoren, Fieber- und Basalthermometer sowie EMS-/TENS-Geräte für die Heimanwendung.

Beurer hat sich mit diesem ganzheitlichen Konzept schließlich zum Vollsortimenter im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden entwickelt und profitiert seither von diesem umfangreichen Portfolio. Ist der nächste Meilenstein schon absehbar?
Bühler: Neben unserem 100-jährigen Bestehen, das mit Festlichkeiten in Ulm, Berlin und bei unseren Tochterunternehmen gefeiert wird, erwartet uns tatsächlich bald der nächste Meilenstein. Im Jahr 2020 wird unser Neubau in der Ulmer Unternehmenszentrale eingeweiht, der Platz für knapp 100 zusätzliche Arbeitsplätze schafft und ein stabiles Fundament für die nächsten 100 Jahre ist.