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Smart Home-Interview: Expert: "Von Homogenität kann noch nicht die Rede sein"

Laut Uwe Lehmann von Expert sieht im Thema Smart Home großes Potenzial, von den Herstellern wünscht er sich im Interview jedoch einen einheitlichen Standard, um Benutzerfreundlichkeit sowie Synergieeffekte voranzubringen und dem Kunden letztlich einen tatsächlichen Mehrwert zu bieten.

Uwe Lehmann Expert Smart Home Bildquelle: © Expert

Uwe Lehmann, Abteilungsleiter Telekommunikation bei Expert

 Oft wurde die fehlende Standardisierung als ausbremsender Faktor genannt. Entwickelt sich aus den vielen Insellösungen mittlerweile ein homogenes Produktnetzwerk?

Lehmann: Von Homogenität kann noch nicht die Rede sein. Die Telekom-Plattform Qivicon treibt zwar die Vereinheitlichung voran, parallel dazu gibt es aber noch genügend Anbieter, die ihren eigenen Weg gehen.

Was sind im Smart Home die treibenden Teilbereiche? Wo sehen Sie das größte Potenzial und was eignet sich für den Nutzer als bester Einstieg?

Lehmann: Aus meiner Sicht sind Sicherheit und Energiesparen die beiden Bereiche mit dem größten Potenzial, die sich auch zunehmend weiterentwickeln werden.

Generell sollte man unterscheiden zwischen Paketlösungen, wie beispielsweise Starterpaketen, und individuellen übergreifenden Lösungen. Einsteigern würde ich persönlich empfehlen, eine Plattform zu wählen, die möglichst viel Spielraum für Individualisierung lässt und somit eine umfangreiche Nutzung ermöglicht. Spannend finde ich auch, wenn nicht nur einzelne Teilbereiche wie Energiesparen oder Sicherheit im Fokus stehen, sondern andere Branchen wie beispielsweise Versicherungen und Energieversorger mit ins Boot geholt werden. Erste Ansätze dafür gibt es ja bereits und ich denke, dass hier noch jede Menge Luft nach oben ist.

Haben sich Ihre Händler schon ausreichend des Themas Smart Home angenommen oder wünschen Sie sich mehr Engagement?

 Lehmann: Die meisten Expert-Gesellschafter beschäftigen sich bereits intensiv mit diesem Produktbereich. Wichtig ist aber, nicht nur die Produkte und Lösungen zu kennen, sondern die Kunden auch aktiv auf das Thema Smart Home anzusprechen und ihr Interesse zu wecken. Mit dem expert-Dienstleistungspaket sind unsere Gesellschafter in der Lage, einen Full-Service für Smart Home – also Installation oder Konfiguration – anzubieten. Aus meiner Sicht ist das ein Muss, um die Endkunden kompetent und umfassend beraten zu können.

Warum sollte der Handel in Smart Home investieren? Lohnt sich der Verkauf?

Lehmann: Smart Home ist ja noch ein recht junges Thema, insofern ist Dabeisein momentan alles. Uns bei Expert geht es aber auch darum, uns gegenüber den Kunden als kompetenter Fachhändler zu präsentieren und über neue Trends und Themen informiert zu sein. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass Smar tHome trotz der anfänglichen Schwierigkeiten langfristig gesehen ein wichtiges Thema sein wird. Insofern kann ich sagen: ja, Fachhändler sollten sich unbedingt mit Smart Home befassen.

Was wünschen Sie sich gegebenenfalls von den Herstellern, um den Smart-Home-Vertrieb voranzubringen?

 Lehmann: Ich persönlich würde mir wünschen, dass sich die Hersteller auf einen einheitlichen Standard einigen. Das würde die Benutzerfreundlichkeit enorm steigern und spannende Synergieeffekte ergeben. Der weitere Ausbau von Kooperationen mit branchenfremden Unternehmen – ich nannte hier bereits Versicherungen und Energieversorger – würde Kunden einen echten Mehrwert bringen.

Können Sie einen Ausblick geben, was sich Ihrer Meinung nach bei Smart Home die kommenden Jahre bewegen wird?

 Lehmann: Ich gehe davon aus, dass sich die Marktpreise deutlich nach unten bewegen werden. Der Bereich Energiesparen wird dadurch noch attraktiver, weil sich die Anschaffungskosten schneller amortisieren. Und natürlich wird die Sprachsteuerung ein wichtiges Thema zum Schalten und Regeln.