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Der Handel im Fokus: Wie sich die Generation Z gewinnen lässt

Was braucht der Handel, um junge Kunden anzusprechen? Wie ist ihr Einkaufsverhalten? Und welche Rolle spielt der stationäre Handel heute? Oder anders gefragt: Wie können Handel und Industrie gemeinsam Kaufanreize schaffen?

Küche Bildquelle: © Wavebreak Media Ltd-123rf

„Schrei vor Glück“ – 95 Prozent der Deutschen kennen den Werbeslogan, nur wenige kommen noch an Zalando vorbei. Was mit einem Schuh-Shop im Jahr 2008 begann, sollte nur zehn Jahre später die Marke von fünf Milliarden Euro Umsatz knacken – mit rund 24 Millionen Kunden, die regelmäßig auf der Plattform einkaufen. „Digitalunternehmen wie Zalando sind die Wachstumstreiber“, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop erst kürzlich gegenüber der „WAZ“. Ein Baustein des Erfolges ist zweifelsohne, dass das einstige Start-up genau hinhört, was die Kunden wollen. Als Mitbewerber wie Outfittery ihr Sortiment um Services wie Stilberatungen inklusive Komplettoutfits anboten, zog Zalando nach. Heute fungiert die Plattform als Marktplatz für Modemarken, die dort Direktverkauf betreiben – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Doch wer glaubt, dass bei den Millennials ausschließlich der Online-Handel punkten kann, der irrt. Wie die aktuelle Customer-Studie des Commerce-Marketing-Dienstleisters Criteo zeigt, liebt die Generation Z den Ladenbummel. Die Generation Z, das sind zehn Prozent der deutschen Bevölkerung – rund acht Millionen potenzielle Käufer –, die das stationäre Einkaufen wieder für sich entdeckt haben. Was bedeutet das für den Handel? Für Alexander Gösswein, Regional Managing Director DACH, MEA und Russland bei Criteo, lassen die Studienergebnisse nur zwei Schlüsse zu: „Einerseits gilt es, diese mobile-fokussierte Generation mit einem hohen Grad an Personalisierung anzusprechen, was auch Ads und Apps beinhaltet. Andererseits gewinnen überzeugende Omnichannel-Konzepte zusätzlich an Bedeutung.“

Auf der Suche nach Neuheiten – auch im Handel
Perfekt in Szene gesetzte Produkte, ästhetische Online-Erfahrungen und personalisierte Erlebnisse, gepaart mit außergewöhnlichen Angeboten – so könnten sich künftig Neukunden gewinnen lassen, meinen die Experten. Doch wie sieht das konkret aus? Und welche Rolle spielt die Industrie dabei? Ob Mode, Beauty oder High-Tech-Produkte – Kunden wollen begeistert und kanalübergreifend abgeholt werden. Das Küchengeräte-Segment hat zweifelsohne in den vergangenen Jahren an Image gewonnen und mit einstigen Statussymbolen wie Smartphones oder Autos nahezu gleichgezogen. Wie der jüngste „Branchenfokus Küchen“ des IFH Köln in Kooperation mit der BBE Handelsberatung zeigt, verzeichnet der Küchenmarkt seit 2005 steigende Umsätze – für das Jahr 2021 rechnen die Experten mit einem Umsatz von knapp 11,5 Milliarden Euro. Allerdings dürfe man sich von den Rekordergebnissen nicht täuschen lassen, mahnt Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln. Die Dynamik hoch zu halten werde „zu einer wachsenden Herausforderung für die Branche“.

Doch der Ball liegt nicht nur beim Handel – auch die Industrie steht in der Pflicht, neue Wege zu gehen, um die Wertschöpfungskette für sich und die Partner weiter aufzurollen. Die gemeinsame Studie „Trends im Handel“ von EHI, HDE, Kantar TNS und KPMG nimmt die wichtigsten Entwicklungen in der Handels- und Konsumgüterbranche unter die Lupe, die für die kommenden zehn Jahre als wesentliche Treiber fungieren dürften. Ziel ist es, Entscheider und Strategen in Deutschland dabei zu unterstützen, frühzeitig zentrale Erfolgsfaktoren zu erkennen und in ihre jeweilige Branche zu übertragen. Demnach erwarten Kunden im Bereich Elektroartikel die Bereitstellung digitaler Serviceangebote. Daneben soll der stationäre Handel auch eine große Rolle spielen.