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BSH zur Marktentwicklung: Kein einfaches Jahr 2018

In einem herausfordernden Umfeld, geprägt von Wechselkursschwankungen und volatilen Märkten weltweit, konnte sich BSH Hausgeräte nach eigenen Angaben gut behaupten. Die strategische Entwicklung zum Hardware+ Unternehmen möchte man weiterhein erfolgreich fortsetzen.

Führungsriege BSH Hausgeräte April 2019 Bildquelle: © BSH Hausgeräte

Stellte sich Mitte April zur Jahrespressekonferenz in München den Fragen der Journalisten: die Führungsriege von BSH Hausgeräte - bestehend aus (v.l.n.r.) Karsten Ottenberg (CEO), Silke Maurer (COO), Matthias Ginthum (CMO) und Johannes Närger (CFO).

In einem herausfordernden Umfeld, geprägt von Wechselkursschwankungen und volatilen Märkten weltweit, konnte BSH Hausgeräte nach eigener Aussage im Geschäftsjahr 2018 mit 13,4 Milliarden Euro den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte verzeichnen. Wechselkursbereinigt entspreche das einem Plus von knapp einem Prozent, auf Euro-Basis einem Rückgang von 3,2 Prozent. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 673 Millionen Euro. Sie liegen mit 5,0 Prozent des Umsatzes auf Rekordniveau. Um die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Entwicklung zum führenden Hardware+ Unternehmen der Branche zu beschleunigen, verstärke die BSH zudem ihre Kooperationen mit Start-ups.

Kocher Indien BSH Bildquelle: © BSH Hausgeräte

Neben dem Trend zu individuellen Produkten sind laut BSH auch regionalisierte Produkte entscheidend. Mit dem Ignite Kocher bietet der Hausgerätehersteller daher eine maßgeschneiderte Lösung für den indischen Markt an.

„Nach acht Jahren mit starkem Wachstum haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr spürbar verändert: Die Entwicklung unserer Märkte ist volatiler geworden, gleichzeitig sehen wir einen stark zunehmenden Wettbewerb aus Asien sowie Herausforderungen und Veränderungen im Handel“, sagt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung. „In diesem Umfeld hat sich die BSH gut behauptet und mit unserer Hardware+ Strategie adressieren wir für die Zukunft die richtigen Themen.Unser nachhaltiger Erfolg erfordert, dass wir unsere Konsumenten weltweit weiterhin mit exzellenten, innovativen Geräten begeistern. Zunehmend wollen wir sie aber auch mit digitalen und individuell zugeschnittenen Zusatzdienstleistungen überzeugen. Wir fokussieren dabei auf Produkte, die die teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Konsumenten in den fünf BSH-Regionen weltweit bedienen. Dazu gehört neben Innovationen für unsere Kernmärkte auch der Eintritt in Schwellenländer.“ In diesem Zusammenhang werde die BSH noch in diesem Jahr einen Kocher in Indien anbieten, der es Menschen ohne Zugang zu Gas oder Strom ermöglicht, Speisen schneller und gesünder zuzubereiten. Bereits im vergangenen Jahr hat das Unternehmen die “FreshBox” in Kenia und Nigeria auf den Markt gebracht. Mit dieser Kühlbox können Lebensmittel ohne Strom kühl und länger gelagert werden.

Unterschiedliche Ergebnisse in den Regionen
Der weltweite Hausgerätemarkt stand 2018 weiterhin unter dem Einfluss vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Bei der BSH sei dies an den Umsatzentwicklungen der einzelnen Regionen ablesbar: Während sich der Umsatz in den BSH-Regionen Nordamerika (+ 2,5 Prozent) und Asien-Pazifik (+ 11,3 Prozent) positiv entwickelte, machten sich insbesondere in der Region T-MEA-CIS (Türkei, Naher Osten, Afrika, Russland und GUS- Staaten) deutliche Wechselkurseffekte bemerkbar, die zu einem Umsatzrückgang von 16 Prozent führten (+ 3,7 Prozent auf Basis der lokalen Währung).

In der Region Greater China (China, Hongkong, Taiwan) ist die BSH weiterhin der größte nicht-chinesische Hausgerätehersteller. Eine verminderte Nachfrage nach Konsumgütern sowie die Unsicherheit durch den Handelsstreit mit den USA belasteten jedoch die BSH-Umsatzentwicklung (- 5,7 Prozent).

In der Region Europa konnte die BSH nach eigener Aussage ihre Position als Marktführer behaupten und die rückläufige Nachfrage der Konsumenten gut auffangen. In vielen Ländern Osteuropas sowie in Frankreich, Italien und den Niederlanden konnte die BSH dabei ihre Marktanteile im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Die Situation insbesondere in den Märkten Deutschland und Großbritannien belastete hingegen die Umsatzentwicklung in Europa, so dass diese in Summe knapp auf dem Vorjahresniveau blieb (- 1,2 Prozent). Insgesamt verzeichnet die BSH zum Jahresende 2018 einen stabilen Beschäftigungsstand mit weltweit rund 61.000 Mitarbeitern.