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Online-Handel: Multichannel im Griff

Der deutsche E-Commerce-Markt wächst, was für Online-Händler Segen und Fluch zugleich ist, müssen sie doch aktuelle Trends und Prognosen immer auf dem Schirm haben, um auf dem stark umkämpften Markt mithalten zu können. E-Commerce-Plattformen wie Lengow versprechen Abhilfe.

E-Commerce, Online-Handel Bildquelle: © Ivan Kruk -123rf

Das Prinzip, auf dem die E-Commerce-Automation-Lösung Lengow basiert, ist simpel: „Es handelt sich um eine Art Middleware, die zwischen dem Händler und seinem Online-Shop oder Warenwirtschaftssystem steht, aus dem wir die Produktdaten bekommen. Diese werden bei uns aufbereitet, mit unserem System abgestimmt und anschließend stehen rund 1.600 Kanäle zur Verfügung, wo man diese Produktdaten wieder verteilen kann“, erklärt Oliver Peters, Country Manager DACH bei Lengow. Im Grunde automatisiert Lengow für den Händler die Kommunikation mit den unterschiedlichen Kanälen und soll auf diese Weise helfen, schlussendlich den Umsatz zu steigern. Was die Plattform jedoch nicht abnimmt, ist die Anmeldung am Marktplatz selbst: „Der Händler muss trotzdem noch mit jedem Marktplatz das Vertragliche regeln, er muss einen Account haben. Das bleibt ihm nicht erspart“, gibt Peters zu bedenken. Der Vorteil jedoch ist: „Theoretisch müsste er seine Produkte exportieren und dann selbst in dem Format anlegen, wie es beispielsweise ein Amazon oder ein eBay braucht. Das wird ihm abgenommen, weil wir das standardisiert im System haben. Das macht man einmal bei uns und dann ist es für den jeweiligen Kanal definiert.“ Damit ist die Basis für die weitere Arbeit mit der Plattform gelegt. Im Anschluss lassen sich bestimmte Daten noch entsprechend anpassen. Peters: „Hierfür ein Beispiel: Mein Produkt heißt zum Beispiel MacBook Pro – jetzt ist es vielleicht so, dass ich bei eBay im Titel noch andere Sachen angeben darf, wie Speichergröße oder Farbe. Das habe ich normalerweise nicht im Produkttitel in meiner Datenbank. Aber das kann ich eben mit Lengow für einen Kanal neu zusammenbauen und definieren. Für die Hauptkanäle haben wir entsprechende Guides, in denen drinsteht, was man machen kann.“

Oliver Peters von Lengow Bildquelle: © Lengow

Oliver Peters, Country Manager DACH bei Lengow: “Grundsätzlich ist die Lengow-Plattform für jeden geeignet, der online verkauft. 99,9 Prozent unserer Kunden haben einen Online-Shop. Es gibt aber auch welche, die nur über Marktplätze gehen.”

Welche Kanäle das genau sind, hängt vom Händler und seinen jeweiligen Produkten und Zielgruppen ab. Lengow ist durch seine jahrelange Expertise in der Lage, entsprechend zu beraten und Berechnungen mit Hilfe von Algorithmen anzustellen. „Weil wir durch die Anzahl der Kunden, die wir haben, einfach sehen, welche Branche auf welchen Marktplätzen gut funktioniert. Da gibt es Unterschiede“, führt Peters an. „Leider ist es so, dass man an Amazon einfach in vielen Ländern nicht vorbeikommt. Wir hoffen alle, dass da mal irgendwie was hinterherkommt. Otto ist in dem Zusammenhang ein Hoffnungsträger.“

Marketingkanäle und Marktplätze
Lengow seinerseits unterstützt grundsätzlich zwei verschiedene Kanalformen. Zum einen die sogenannten Marketingchannels, bei denen der Verkauf wieder auf der Plattform des Händlers stattfindet – also im Online-Shop. „Das kann ein Google Shopping sein oder aber auch Affiliate-Netzwerke, Retargeting-Anbieter, Media – also überall dort, wo man irgendwo eine klassische Werbung machen kann für seinen eigenen Online-Shop. Der Kunde wird dann quasi wieder über die Werbung zurück auf den Online-Shop geleitet, um dort zu kaufen“, so der Country Manager. Die zweite unterstützte Form sind Marktplätze wie eBay oder Amazon, welche immer mehr an Fahrt gewinnen. „Idealo ist so ein Mittelding“, differenziert Peters. „Die haben als Preisvergleich angefangen, was wiederum ein klassischer Marketingkanal ist, doch mittlerweile kann man auch dort auf der Plattform selbst kaufen.“

Unabhängig von den präferierten Kanälen handelt es sich bei Lengow um eine benutzerfreundliche Plattform. Das kommt nicht von ungefähr: Mit Version 3 ist seit Mitte letzten Jahres eine komplette Neuentwicklung der Plattform am Start, die Usability und Flexibilität der Lösung auf ein neues Level heben sollen. „Man braucht keine großen Programmierkenntnisse, sondern kann gleich loslegen mit der Beschreibung, Felder auswählen und dann geht das quasi automatisch“, führt Peters weiter aus. Die Implementierung ist ebenfalls nicht schwierig, auch wenn ein bisschen Technik-Know-how vonnöten ist. So hat Lengow diverse Plug-ins für einige Shopsysteme, die man einfach aktivieren muss. „Da kann es am Anfang ein bisschen Probleme geben, aber dafür gibt es dann auch unser Onboarding-Team, das dem Kunden bei Bedarf helfend zur Seite steht“, weiß Peters zu berichten. „Ansonsten bieten die meisten Shopsysteme auch schon Exportfunktionalitäten, um quasi einen Grundstock an XML-Dateien oder dergleichen exportieren zu können, auf die wir dann drauf zugreifen. Der Aufwand ist also relativ überschaubar.“ Auf die Frage, wie lange eine solche Installation dauern kann, antwortet Peters amüsiert: „Das lässt sich ähnlich präzise beantworten wie die Frage: Was kostet ein Auto? Im Grunde ist es nicht einmal abhängig von der Anzahl der Kanäle, sondern vielmehr ein Thema der Ressourcen und wie sauber die Daten schon vorhanden sind. Wir hatten schon einen Kunden mit über 100.000 Produkten innerhalb von zwei Tagen im System und auch auf den ersten Plätzen online. Wir hatten aber auch schon Kunden mit viel weniger Produkten, bei denen es bisweilen bis zu zwei Monate gedauert hat.“

Was die Software ebenfalls abnimmt, ist eine Regelerstellung, wenn es um die Verfügbarkeit von Produkten geht. Beispiel: Das MacBook Pro steht auf verschiedenen Marktplätzen zum Verkauf. „Ich habe zum Beispiel zehn Produkte und nun kann es natürlich sein, dass nach und nach etwas gekauft wird. Dann habe ich nur noch ein Produkt, habe es aber parallel auf beispielsweise drei Plattformen“, erklärt der Country Manager. „Jetzt kann es theoretisch vorkommen, dass wirklich drei Leute gleichzeitig auf den Plattformen sind und dann müsste ich zwei vertrösten. Das ist zum einen für den Nutzer nicht gut, zum anderen sind ja auch die Marktplätze sehr streng, was das angeht – allem voran Amazon. Da darf man sich das nicht zu häufig leisten, dass man Kunden sagt: Ich kann heute nicht liefern. Dafür lässt sich beispielsweise eine Regel einbauen wie: Wenn mein Stock unter zwei fällt, dann schicke ich es nur noch an Amazon und nicht mehr an eine andere Plattform.“