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Smart-Home-Kommentar: Wohnst du noch oder sprichst du schon?

Digitale Sprachassistenten – laut Branchenexperten sind sie "the next big thing". So würden laut GfK bereits zehn Prozent aller Online-Suchanfragen weltweit per Sprachsteuerung getätigt werden. Das soll sich bis zum Jahr 2021 nahezu vervierfachen. Doch sie dienen nicht nur als Suchmaschine...

Amazon Echo Bildquelle: © Amazon

Sprachsteuerung und persönliche Assistenten sind ein riesiger Wachstumsmarkt. Immer mehr Menschen haben Amazons Echo (wie hier im Bild zu sehen) oder Googles Home zuhause im Einsatz.

Vor allem beim Einsatz in der Küche können Alexa, Siri und Co. eine Hilfe sein. Zu den beliebtesten Funktionen gehören Timer, die bei der Zubereitung von Speisen helfen. Bei Lautsprechern spielt natürlich auch das problemlose Abspielen von Musik per Sprachkommando eine Rolle. Außerdem finden sie zur Steuerung von Smart-Home-Komponenten oder zur Bedienung von Chromecast-Videostreaming Verwendung.

Doch ist das Potenzial von digitalen Sprachassistenten im Smart-Home-Umfeld wirklich so groß oder vermittelt uns die Werbung eventuell ein verzerrtes Bild der Realität? So einfach nämlich, wie es bisweilen im TV-Spot daherkommt („Alexa, setze Tennisbälle und Hundekuchen auf meine Einkaufsliste“), ist es nicht immer. Tests des Web-Portals Golem zeigen beispielsweise, dass die Sprachassistenten von Google und Amazon nicht alles mitmachen und bisweilen begriffsstutzig sind. Auf die richtige Formulierung des Befehls kommt es an. Anpassen muss sich der Mensch. Ärgerlich ist auch das Update-Verhalten der Hersteller, die sich oft damit Zeit lassen, neue Funktionen auch in Deutschland zu launchen. Hinzu kommt, wie im Falle von Amazons Alexa, dass nicht alle Funktionen auch in Verbindung mit Geräten anderer Hersteller zur Verfügung stehen. Interoperabilität sieht anders aus.

Geduldeter Big Brother
Last but not least gibt es auch immer noch die Datenschutzbedenken, denn das Grundprinzip bei allen smarten Lautsprechern ist nun einmal identisch: Die Mikrofone in den Geräten belauschen die Umgebung, und sobald das für das System gültige Signalwort ertönt, werden Sprachbefehle aufgenommen und über das Internet an den Anbieter übermittelt, um den Befehl zu verarbeiten. Was für den einen der „Big Brother“ im Haus, ist für den anderen das notwendige Übel, will man die Vorteile des Sprachassistenten nutzen. Denn nichts anderes ist ja die Aufgabe eines solchen Assistenzsystems: nämlich Sprachbefehle entgegennehmen – und dafür bedarf es nun einmal ständiger Aufnahmebereitschaft.

Schlussendlich liegt es an jedem selbst, das Für und Wider abzuwägen. Auf der einen Seite verspricht ein digitaler Assistent Unterstützung bei den täglichen Aufgaben des Lebens. Auf der anderen Seite muss man sich stets darüber im Klaren sein, dass man sich mit solch einem Gerät im schlimmsten Fall nicht nur Diensteanbieter wie Apple, Google oder Microsoft ins Haus holt. Zahlreiche Sicherheitslecks in den vergangenen Jahren haben zugegebenermaßen auch gezeigt, dass kein System wirklich sicher vor Cyberangriffen ist.