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Smart Home: Auf der sicheren Seite

Eine Außenkamera hat das Grundstück auch während des Sommerurlaubs im Blick. Statt einer bösen Überraschung für die heimkehrenden Urlauber, stellen Sicherheitslösungen selbige dem Einbrecher in Aussicht. Doch aufgepasst: Schlecht gesicherte Smart-Home-Systeme bieten Hackern ein leichtes Spiel.

Einbruch Bildquelle: © Devolo

Wird eine Alarmsirene mit Tür- und Fensterkontakten vernetzt, ertönt diese, sobald im aktivierten Zustand eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird.

Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Statt sich ausgiebig zu entspannen, plagt viele Reisende die Angst, das unbewachte Zuhause könne Ziel von Einbrechern werden. Mechanische Sicherheitstechniken wie einbruchhemmende Tür- und Fensterbeschläge oder mehrfachverriegelte Türen halten die Diebe zwar oftmals ab, für eventuell entstandene Schäden können diese jedoch nur selten zur Rechenschaft gezogen werden – und sollte es den Einbrechern doch gelingen, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, stellen die Bewohner dies erst nach ihrer Rückkehr fest.

Hier setzen Smart-Home-Lösungen an. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten, die mechanische Sicherung zu ergänzen, beispielsweise durch die Installation von Bewegungsmeldern und Tür- oder Fensterkontakten, die das Öffnen registrieren. Per App lassen sich die entsprechenden Anwendungen in das Smart-Home-System einbinden und der Nutzer kann festlegen, was passieren soll, wenn die Sensoren der vernetzten Geräte anschlagen. So können sie sich nicht nur selbst per Push-Nachricht informieren lassen, sondern beispielsweise auch einen Nachbarn, der dann nach dem Rechten sehen kann.

Für diejenigen, die sich lieber selbst einen Eindruck über die Geschehnisse zu Hause machen, bieten sich darüber hinaus Sicherheitskameras an. Neben der Haus-, Terrassen-, Keller- und Balkontür angebracht, haben diese auch die „dunklen Ecken“ des Grundstücks oder der Wohnung im Blick. Im Livestream können Anwender dann jederzeit von unterwegs per Smartphone oder Tablet die Bilder abrufen. Die Sicherheitskameras lassen sich zudem mit weiteren Komponenten, wie einem Bewegungsmelder, kombinieren. Registrieren diese eine Bewegung, aktivieren sie automatisch die Kameras und beispielsweise die Hausbeleuchtung, damit die Aufnahmen auch nachts  gut erkennbar sind.

Wie effektiv eine entsprechende Überwachung sein kann, zeigt die Geschichte einer Familie, die ihren Urlaub in der Türkei verbrachte: Per Push-Nachricht auf dem Smartphone wurden sie über ungewöhnliche Vorkommnisse informiert und das Kamerabild war eindeutig: Einbruchsversuch. Sofort verständigte die Familie Polizei und wurde für das schnelle Reaktion belohnt: Der Einbrecher konnte erfolgreich verhaftet werden.

Solche Einbrüche finden laut Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) meist zwischen 10 und 18 Uhr statt – also dann, wenn oftmals niemand zu Hause ist. Damit Diebe jedoch gar nicht erst auf die Vermutung kommen, die Wohnung sei verlassen, lässt sich mit Smart-Home-Anwendungen die Anwesenheit simulieren. „Dann geht das Licht automatisch an und aus, Musik spielt, Rollläden und Markisen fahren runter und wieder rauf – gesteuert nach Zeitvorgabe, Helligkeit und Witterungsdaten, Zufallsprinzip oder logischen Verknüpfungen“, erklärt Michael Westermeier, Senior Manager Innogy Smart Home und Vorstand im Arbeitskreis „Connected Home“ des Branchenverbands Bitkom. Für eine einfache Anwesenheitssimulation benötigen Anwender nicht viel: Mit smarten Steckdosenadaptern lassen sich vorhandene Lampen oder die Musikanlage smart machen. Der Adapter muss dafür zwischen die Steckdose und das gewünschte Gerät geschaltet werden. Via Smartphone-App oder Computer lassen sich dann Zeiten einstellen, zu denen die Geräte an- und ausgeschaltet werden. Die einzelnen smarten Zwischenstecker können dabei auf verschiedene Uhrzeiten programmiert werden, sodass es den Anschein macht, jemand bewege sich von Raum zu Raum. Modular aufgebaute Systeme lassen sich zudem um einzelne Komponenten wie smarte Lautsprecher erweitern. Dadurch kann zusätzlich Hundegebell oder lautes Sirenengeheul abgespielt werden, sobald sich jemand dem Haus nähert. „Ist ein Einbruch zu riskant, dauert zu lange oder ist zu kompliziert, suchen sich Einbrecher lieber ein anderes Objekt“, weiß Georg Hermann, Vice President New Business Development und Director Product Management Home Control bei Devolo. „Geht bei einem Einbruchsversuch auch noch plötzlich das Licht an oder heult die Alarmsirene los, nehmen Diebe schnell Reißaus.“