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Consumer Electronics: Reisen, Kochen, Fernsehen

Viele Konsumenten wollen in naher Zukunft mehr Geld für Aktivitäten wie Reisen, Kochen und Fernsehen ausgeben. Hinzu kommt, dass die Zahl der internetfähigen Produkte und deren Nutzung in vielen Haushalten steigt. Ein detaillierteres Bild über die Konsumtrends liefert eine aktuelle gfu-Studie.

Consumer Electronics Bildquelle: © scyther5 -123rf

Viele Konsumenten wollen einer gfu-Studie zufolge in naher Zukunft mehr für Consumer Electronics, Küche, Auto und Reisen ausgeben. Auf die Frage „Für welche der folgenden Bereiche planen Sie in den nächsten ein bis zwei Jahren mehr Geld auszugeben?“ gaben knapp elf Prozent der Teilnehmer an, für ihr TV-Gerät oder Heimkino im gefragten Zeitraum die Ausgaben erhöhen zu wollen. Für mehr als elf Prozent sind Küche und Koch-Equipment zukünftig größere Investitionen wert. Für die Hi-Fi- oder Surround-Anlage wollen in den nächsten ein bis zwei Jahren knapp sieben Prozent mehr Geld ausgeben. Spitzenreiter bei den geplanten Mehrausgaben sind jedoch nicht Unterhaltungsgeräte oder Küchenutensilien, sondern das Auto und Reisen: Knapp 13 Prozent der Befragten gaben an, für das Auto tiefer in die Tasche greifen zu wollen. Mit großem Abstand kamen die Reiseaktivitäten auf Platz 1: So planen laut der gfu-Studie 22 Prozent der Teilnehmer, für Reisen zukünftig mehr Geld auszugeben.  

Konsumbereitschaft 2018 Bildquelle: © gfu Insights & Trends, Mai 2018

Da geht noch mehr
Die Konsumbereitschaft der Deutschen ist demnach groß. Nichtsdestotrotz gibt es laut Hans-Joachim Kamp noch Luft nach oben. Das Potenzial zu mehr Umsatz gerade im CE-Umfeld sei gegeben. „Industrie und Handel gelingt es offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft in vollem Umfang abzurufen“, mahnt der gfu-Aufsichtsratsvorsitzende an und bezieht sich damit auf eine weitere Erkenntnis der Studie: Mit Blick auf die Sparte der Fernsehgeräte zeigt sich, dass es eine Diskrepanz bei der Ausgabebereitschaft und den tatsächlich beim Kauf ausgegebenen Summen gibt. So liegt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Modelle laut Home Electronics Market Index (Q1/2018) bei 635 Euro. Die im Rahmen der gfu-Studie Befragten sind aber bereit, im Durchschnitt rund 850 Euro für das nächste Fernsehgerät auszugeben. 40 Prozent planen sogar Ausgaben von mehr als 1.000 Euro und 17 Prozent wollen über 1.500 Euro investieren. Erwähnenswert sind auch die genannten Gründe für eine Neuanschaffung: So seien Weihnachten und große Sportereignisse beliebte Anlässe für einen Kauf.

Fernsehen wo und wann man will
Fakt ist: Smarte TVs sind in den Haushalten angekommen. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten besitzen ein solches Gerät, 2017 waren es noch 42 Prozent. Gestiegen ist auch die Nutzung im Vergleich zum Vorjahr: 61 Prozent in 2018 gegenüber 56 Prozent in 2017 und 53 Prozent in 2016. In der Altersgruppe 16 bis 39 Jahre liegt dieser Anteil sogar bei 68 Prozent, während der Wert für die Altersgruppe 40 bis 59 Jahre bei 63 Prozent und bei den über 60-Jährigen nur bei 60 Prozent liegt. Auch die Ausstattung mit UHD-Geräten (Ultra High Definition) ist gemäß den Studienergebnissen im Vergleich zum Vorjahr gewachsen: 20 Prozent der Haushalte besitzen demnach mittlerweile ein UHD-TV-Modell (2017: 16 Prozent). Zudem gehöre UHD zu den wichtigsten Kriterien beim TV-Kauf: Bei 61 Prozent habe dieses Feature die Kaufentscheidung stark beeinflusst.

Hans-Joachim Kamp, gfu Bildquelle: © gfu

Kamp: “Handel und Industrie sollten sich Gedanken machen, wie beim Konsumenten die Bereitschaft für künftige Ausgaben ähnlich hohe Werte wie für Reisen erreichen kann. Es gelingt offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft in vollem Umfang abzurufen.” 

Bei der Nutzung der Smart-TV-Anwendungen zeigt sich in diesem Jahr eine Verschiebung von den Mediatheken hin zu Video-on-Demand-Diensten. Lagen die Mediatheken in der gfu-Studie 2017 noch auf Platz eins, sind sie 2018 mit 52 Prozent Nutzung auf Platz zwei abgerutscht. Spitzenreiter sind die VoD-Angebote mit 63 Prozent. Der Grund dafür: In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen stieg die Akzeptanz von 48 auf 61 Prozent und bei der Gruppe der über 60-Jährigen von 35 auf 42 Prozent. Die zur Nutzung von Streaming-Diensten verwendeten Geräte unterscheiden sich hinsichtlich der jungen und der älteren Generationen: Bei den älteren Nutzern (60 plus) liegen das TV-Gerät und der Tablet-PC mit jeweils 46 Prozent vorne, während bei den jüngeren (16 bis 39 Jahre) maßgeblich Smartphone (62 Prozent) und PC/Laptop (50 Prozent) zum Streamen verwendet werden.

Die Rangfolge der Streaming-Angebote in der gfu-Studie zeigt die Vorherrschaft der amerikanischen Dienste-Anbieter hierzulande: Amazon Prime führt mit 74 Prozent die Liste an. Auf Platz zwei folgt mit 58 Prozent Netflix. Die beiden Streaming-Anbieter gehen als die großen Gewinner hervor; sie konnten sich um jeweils nahezu 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Platz drei belegt Google Play mit 27 Prozent und auf Platz vier findet sich Sky Online mit 23 Prozent. Maxdome als einziger deutscher Anbieter liegt auf Rang sechs mit 15 Prozent. Bei den Streaming-Inhalten sind Spielfilme mit einem Zuspruch von 82 Prozent am beliebtesten, gefolgt von TV-Serien (68 Prozent), Eigenproduktionen der Anbieter (35 Prozent), Sportsendungen (21 Prozent) sowie Nachrichten und Dokus (20 Prozent). TV-Serien sind besonders bei der jüngeren Generation (16 bis 39 Jahre) beliebt (76 Prozent).

 Die vielfältigen Programmangebote führen auch dazu, dass die Zuschauer seltener zu den festgelegten Sendezeiten fernsehen: Bereits 43 Prozent der Befragten bestimmen selbst, wann sie sich eine Sendung ansehen. Seit 2015 steigt dieser Anteil kontinuierlich, ausgehend von 29 Prozent. Die Zeitautonomie hat vor allem für jüngere Menschen eine Bedeutung. So stieg der Anteil unter den 16- bis 39-Jährigen von 37 Prozent im Jahr 2015 auf 58 Prozent in diesem Jahr.