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Reparieren statt Wegwerfen: Muss das neue Smartphone wirklich sein?

Alle zwei Jahre ein neues Smartphone. Am besten das aktuelle High-End-Modell, das muss schon drin sein, oder? Ein teurer Spaß, der zulasten der Umwelt geht. Deshalb fordert die EU-Kommission: Elektrogeräte müssen wieder langlebiger werden. Auch sollen Verbraucher ein Recht auf Reparatur erhalten.

Handy mit kaputtem Display Bildquelle: © Sergey Peterman - 123rf

Ein kaputtes Smartphone muss nicht gleich ausgetauscht werden.

Ein gebrochenes Gehäuse oder ein gesprungenes Displays – Smartphones sind im Dauereinsatz und entsprechend anfällig für größere und kleinere Schäden. Oft bedeutet das heute: Her mit einem neuen Gerät. Denn viele Hersteller machen es Verbrauchern alles andere als leicht, bei kleineren Problemen wie einem schwachen Akku selbst Hand anzulegen oder es vom Experten ihrer Wahl reparieren zu lassen. Das geht nicht nur zulasten des Geldbeutels, sondern schadet der Umwelt. Allein in Deutschland fallen jedes Jahr rund 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Tendenz steigend.

Der Ausweg: Elektrogeräte müssen langlebiger werden und ihre Nutzer im Schadenfall mehr Möglichkeiten bekommen, sie zu reparieren. Das fordert die EU-Kommission im Green Deal und will dafür die Notwendigkeit eines Rechts auf Reparatur überprüfen.

Für Elektrogeräte wie Smartphones und Tablets gilt es dabei, ihre Reparaturfähigkeit zu verbessern und ihrer frühzeitigen Veraltung entgegenzuwirken. Das käme nicht nur den Verbrauchern zugute, langfristig könnten sich neue Reparaturstandards auch positiv auf die Ersatzteilversorgung bei Smartphones auswirken und damit das Reparaturangebot ausweiten.

Für die Umwelt – aktiv entscheiden und vergleichen

Wichtig ist es dafür, laut Clickrepair, dem Reparaturmarktplatz des Spezialversicherers Wertgarantie, nicht nur gezielte Maßnahmen zu entwickeln, sondern auch den Verbrauchern dabei zu helfen, selbst aktiv zu werden. Damit die Konsumenten beim Gerätekauf im Sinne der Umwelt entscheiden können, wird darum derzeit – zusätzlich zum Recht auf Reparatur – über einen elektronischen Produktpass diskutiert. Er soll über die Reparaturfähigkeit des jeweiligen Geräts und seine Entsorgung informieren.

Unabhängig davon rät Clickrepair dazu, auch jetzt schon vor dem Kauf genau hinzusehen und gewissenhaft zu vergleichen. “Bei Smartphones beobachteten wir innerhalb eines Herstellers teilweise immense Unterschiede zwischen den Modellen. Daher ist es wichtig, dass die Nutzer von ihrer Möglichkeit zu vergleichen Gebrauch machen“, erklärt Marco Brandt, Bereichsleiter Digital Business bei Wertgarantie. Dafür bietet der Reparaturmarktplatz etwa den “Reparatur-Check” an, der zeigt, wie reparaturanfällig Smartphones und Laptops sind, die aktuell auf dem Markt verfügbar sind.

Umdenken dringend erforderlich

Es geht es also darum, auch das Nutzer-Bewusstsein in Richtung “Reparieren statt Wegwerfen“ umzulenken. Geht das Smartphone kaputt, ist es für die meisten heute noch keine Option, es zur Reparatur zu bringen. Das zeigt die aktuelle Smartphone-Reparatur-Studie 2019 von Clickrepair, in Kooperation mit Statista. Nur 15 Prozent der Betroffenen würden ihr Smartphone im Schadenfall reparieren lassen.

“Die Zahlen lassen vermuten, dass die Nutzer sich bei einem Defekt schneller dazu entschließen, ein neues Gerät anzuschaffen, anstatt das defekte Gerät reparieren zu lassen. Eine Durchsetzung des Reparaturrechts könnte hier ein Umdenken erwirken, aber auch praktische Anreize schaffen, das Gerät wieder instand zu setzen, anstatt Geld für ein neues auszugeben“, ergänzt Brandt.