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Versicherungen: Ein Fall für die Versicherung

Das Angebot von Elektrogeräten in Kombination mit Versicherungen ist für den Handel ein spannendes Konzept. Mit wenig Aufwand kann er für seine Kunden und sein Geschäft attraktive Mehrwerte schaffen und sich durch guten Service vom starken Online-Wettbewerb abgrenzen.

Versicherung Bildquelle: © Fotolia / stock WERK

Ein Moment der Unaufmerksamkeit und schon ist das Gerät beschädigt oder schlimmstenfalls kaputt. Bei Elektrogeräten kann so ein Schaden ganz schön ins Geld gehen. Ereignet sich dieses Szenario bei einem versicherten Gerät, ist das zwar trotzdem ärgerlich, aber zumindest sind nicht Hopfen und Malz verloren.
Selbst Haushaltselektrokleingeräte mit einem geringen Warenwert können mit dem richtigen Versicherungspaket sinnvoll geschützt werden. Beispielsweise haben einige Versicherungsanbieter Verträge im Portfolio, die mehrere Kleingeräte zusammenzufassen und zu einem Beitrag versichern. Wie hoch der Selbstbehalt dabei ist, hängt vom Versicherten beziehungsweise von der Versicherung ab. Das liegt letztendlich im Ermessen des Kunden.

Auch der Händler punktet
Für Händler ist die Vermittlung der passenden Versicherung ein attraktives Zusatzgeschäft. Die Beratung nimmt den Kunden Arbeit ab und kann bei einem passenden Angebot einen willkommenen Mehrwert darstellen. Aber auch aus Händlersicht sprechen für die Vermarktung von Garantieprodukten viele gute Gründe. Der Erhalt von üblichen Vermittlungsprovisionen ist dabei wohl der wichtigste. Die Kundenzufriedenheit, langfristige Bindung und Auslastung der eigenen Service- und Werkstattstrukturen sind weitere. Letzendlich kann ein Händler mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot wie beispielsweise Versicherungen der oftmals schwierigen Margen-Situation im reinen Produktverkauf entgegenwirken und darüber hinaus einen Mehrwert schaffen, der ihn vom klar abgesteckten Online-Handel abgrenzt. Für den stationären Handel ist eine Erweiterung des eigenen Angebots in Zeiten des immer stärkeren Online-Wettbewerbs Gold wert. Im Falle der Versicherungen kann er die Kunden fest an sich binden: Der Händler wird zum festen Ansprechpartner. Und das im Idealfall für viele Jahre, denn zufriedene Kunden kehren immer wieder ins Geschäft zurück. Thilo Dröge, Vertriebsleiter beim Spezialversicherer Wertgarantie, erklärt führt einen weiteren Anreiz für den Handel an: „Im Tagesgeschäft berichten unsere Partner, dass sie weniger Diskussionen über Garantie und Kulanz führen.“  

To-do-Liste
Mit der Vermittlung der Versicherung durch den Händler  an den Kunden fallen meist klar definierte Prozesse an. Hier steht besonders die Erfassung der Kunden- und Gerätedaten im Fokus. Versicherungsgesellschaften bieten ihren Partnern in der Regel Schulungen, sodass diese in der Praxis die jeweiligen Versicherungsprodukte kompetent anbieten können. Solche Produkt- und Verkaufstrainings können je nach Anbieter in Form von E-Learning-Plattformen, Online-Kursen, Live-Webinaren oder als digital verknüpfte Trainingskonzepte on- und offline ablaufen.

Aber was passiert im Schadenfall? Von einem Schaden ist die Rede, sobald die technische Funktionalität der Geräte eingeschränkt ist. Kunden wenden sich dann am besten direkt an ihren Fachhändler. Für den Handel entsteht in diesem Fall ein wertvoller Kontaktpunkt zum Kunden, die Bindung wird bei einer reibungslosen Abwicklung gestärkt. Anschließend wird durch den Händler die Versicherung kontaktiert. Bei den meisten Anbietern müssen Schadensfälle unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats nach Eintritt, in Textform eingehen. Generell gilt: Kunden müssen sich nicht mehr um die Abwicklung kümmern, sobald sie diese durch die Meldung an den Fachhändler in die Wege geleitet haben. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt dieser und steht seinen Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Auch hier ist also eine Detailkenntniss der entsprechenden Versicherungsprodukte durch die Mitarbeiter ein definitiver Mehrwert für Händler wie Kunden.

Das leistet die Versicherung
Auch die Leistung der Versicherungsunternehmen ist klar definiert. Hier sollten Kunden vorab genau informiert werden, um Missverstädnisse zu vermeiden. Denn es ist ein Trugschluss, dass defekte Geräte wie beispielsweise Smartphones im Schadenfall immer ersetzt werden oder deren gegenwärtiger Wert ausgezahlt wird. Sofern eine Reparatur möglich ist, steht diese Option an erster Stelle. Die dabei anfallenden Kosten übernimmt  jedoch nach einer positiven Prüfung die Versicherung. Die Reparatur kann aber durchaus in den Händen des Händlers bleiben. Besitzt er eine geeignete Werkstatt, kann er den Schaden gegebenenfalls selbst beheben und anschließend der Versicherungsgesellschaft die Reparatur in Rechnung stellen. Dieser Ansatz ergibt vor allem aus nachhaltigen Gründen Sinn. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Denn jede Reparatur bedeutet auch, dass ein Gerät weniger auf dem Elektroschrottberg landet. Einige Versicherungsanbieter versichern deshalb auch Gebrauchtgeräte jeden Alters, sodass auch ältere Geräte und ihre Besitzer von Reparaturen profitieren.

Ist eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, kann der Kunde als Bestandteil vieler Versicherungen alternativ eine Beteiligung am Neukauf in Anspruch nehmen. In einem solchen Fall ist der Zeitwert des jeweiligen Geräts von Bedeutung. Da die meisten Elektrogeräte im Vergleich zu Gebrauchsgegenständen schneller an Wert verlieren, gilt allgemein: Der Zeitwert ist von der Nutzungsdauer, dem Anschaffungspreis, aber auch vom aktuellen Marktpreis abhängig. Er kann auf unterschiedliche Weise ermittelt werden. Dafür zeichnen sich in der Regel die Versicherungen  selbst verantwortlich.

Ist die Prüfung abgeschlossen, wird der jeweilige Betrag in vielen Fällen an den Händler ausgezahlt, der ihn schließlich an seinen Kunden weiterleitet. Versicherungen bieten letztendlich zahlreiche Kontaktpunkte, um über einen umfangreichen Service das eigene Angebot zu erweitern und die Bindung zum Kunden zu stärken.  Wird dieses Geschäft druchdacht umgesetzt, ergeben sich für beide Seiten attraktive Mehrwerte.